CuraMed MindBreak
Psychische Gesundheit kompakt
Mit CuraMed MindBreak bringt die CuraMed Akademie wissenschaftlich fundiertes Wissen direkt in die Mittagspause. Die neue, kostenlose Online-Vortragsreihe bietet kompakte, praxisnahe Impulse rund im Psychiatrie, Psychologie und seelische Gesundheit - bequem online in nur 45 Minuten.
Die Vorträge finden ab Oktober 2026 mittwochs um 12:30 Uhr statt und verbinden einen 45-minütigen Fachvortrag mit anschließender Zeit für Fragen und Austausch.
Für jeden Vortrag wird ein CME-Punkt bei der Bayerischen Landesärztekammer beantragt.
Die CuraMed Akademie schafft damit eine Plattform für den interdisziplinären Austausch und den Wissenstransfer zwischen Wissenschaft und klinischer Praxis. Nehmen Sie neueste wissenschaftlich fundierte Erkenntnisse und wertvolle Impulse für Ihren beruflichen Alltag mit.
Freuen Sie sich auf spannende Vorträge zu vielfältigen Themen der psychischen Gesundheit: von diagnostischen Methoden und Ansätzen in der Behandlung von Depressionen über Partnerschaft und Depression, Leistungs- und klinische Psychologie, Schematherapie und Resilienz bis hin zu ADHS, Schlafmedizin und dem Einfluss des Darms auf die Darm-Hirn-Achse. Weitere spannende Themen und neue Impulse erwarten Sie.

Mittwoch, 14. Oktober 2026
12:30 Uhr
Online
Gesund älter werden beginnt auch im Kopf: Longevity, Regeneration und personalisierte Diagnostik
Longevity bedeutet, möglichst viele Lebensjahre in guter körperlicher und psychischer Gesundheit zu verbringen. Der Vortrag beleuchtet, wie Schlaf, Regeneration, Stoffwechsel und psychische Gesundheit im Kontext gesunden Alterns zusammengedacht werden können und welche Rolle depressive Erkrankungen dabei spielen. Er gibt einen verständlichen Überblick über die Möglichkeiten genetischer Analysen, ausgewählter Biomarker und datenbasierter Verfahren für eine individualisierte Prävention und die ergänzende Einordnung klinischer Befunde. An praxisnahen Beispielen wird diskutiert, welche Informationen für Ärzte und Therapeuten hilfreich sein können, wo die Evidenz noch begrenzt ist und wie Überinterpretationen vermieden werden. Ziel ist eine wissenschaftlich fundierte Orientierung, die moderne Longevity-Ansätze mit konkreten Fragen aus dem ärztlichen und therapeutischen Alltag verbindet.
Mittwoch, 28. Oktober 2026
12:30 Uhr
Online
Raus aus den Lebensfallen mit Schematherapie
Warum geraten Menschen immer wieder in ähnliche belastende Beziehungsmuster, zweifeln ständig an sich selbst oder reagieren in bestimmten Situationen immer wieder auf die gleiche Weise – oft automatisch und ohne zu verstehen, warum? Die Schematherapie versteht diese wiederkehrenden Muster als Ausdruck früher entwickelter „Schablonen“, durch die wir Situationen im Hier und Heute wahrnehmen, bewerten und erleben. Der Vortrag gibt einen praxisnahen Überblick über die Grundkonzepte der Schematherapie und zeigt anhand anschaulicher Beispiele, wie solche Prägungen entstehen und aufrechterhalten werden. Es werden zentrale schematherapeutische Methoden vorgestellt, die dabei helfen können, aus alten Lebensfallen auszusteigen, den inneren Kritiker zu entschärfen und einen freundlicheren, mitfühlenderen Umgang mit sich selbst zu entwickeln.
Vivien Kastner
Psychologische Psychotherapeutin
CuraMed Tagesklinik Nürnberg
Kurzvita
Mittwoch, 11. November 2026
12:30 Uhr
Online
Darm-Hirn-Achse: Wie Darm, Gehirn und Stress zusammenwirken
Die Darm-Hirn-Achse ist zwar
in aller Munde, doch die klinische Bedeutung wird insbesondere im Zusammenhang
mit chronischem Stress häufig unterschätzt. Dabei ist mittlerweile gut
untersucht, wie Gehirn und Darm über neuronale, hormonelle, immunologische und
metabolische Signalwege bidirektional miteinander interagieren. Was passiert im
Darm, wenn wir unter Stress geraten und welche Folge hat eine geschwächte
Darmbarriere? Der Vortrag zeigt, wie sich die neuroendokrine Stressachse auf
den Darm auswirkt und wie umgekehrt Signale aus dem Darm die Funktion des
Gehirns beeinflussen. Ein spannender Aspekt ist beispielsweise Brain-Derived
neurotrophic Factor (BDNF), der eine zentrale Rolle für Neuroplastizität,
Lernen und Gedächtnis spielt.
Eine Mischung aus biochemischer Tiefe mit anschaulichen Beispielen zeigt, wie
sich Darm, Mikrobiom und Gehirn als dynamisches Netzwerk permanent gegenseitig
beeinflussen und wie wichtig eine intakte Darmbarriere ist.
Mittwoch, 18. November 2026
12:30 Uhr
Online
Stress im Bauch: Reizdarmsyndrom und funktionelle Dyspepsie
Bauchschmerzen, Völlgegefühl, Blähungen, Übelkeit oder veränderte Stuhlgewohnheiten können die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen. Wird dann in der konventionellen Diagnostik kein organischer Befund gefunden, bleibt oft Ohnmacht bei den Patienten zurück. Gerade bei Reizdarmsyndrom und funktioneller Dyspepsie werden Beschwerden noch immer schnell als „psychisch“ oder reine Folge von Stress eingeordnet.
Dabei greift diese Sichtweise zu kurz. Denn eine psychosomatische Beteiligung ist nicht gleichbedeutend damit, dass der Patient sich die Beschwerden einbildet. Stattdessen gehen die Symptome mit komplexen Veränderungen der Darm-Hirn-Kommunikation, der Darmbarriere und des Mikrobioms einher, die so zu erhöhter viszeraler Sensitivität und Veränderung der Motilität führen können. Der Vortrag beleuchtet diese Zusammenhänge und zeigt außerdem, welche Möglichkeiten eine gezielte Mikrobiommodulation bietet, um in die Pathophysiologie einzugreifen und Beschwerden zu lindern.
Mittwoch, 02. Dezember 2026
12:30 Uhr
Online
Performance & Psyche: Wo sich Performance- und Klinische Psychologie begegnen
Leistungsfähigkeit und psychische Gesundheit werden häufig als getrennte Themen betrachtet: Hier die Optimierung von Performance, dort die Behandlung psychischer Belastungen. Die Realität zeigt jedoch, dass beide Bereiche untrennbar miteinander verbunden sind. Spitzenleistungen entstehen nicht trotz psychischer Prozesse, sondern durch sie. Gleichzeitig können dieselben Mechanismen, die zu Erfolg, Motivation und Höchstleistung beitragen, auch das Risiko für psychische Belastungen erhöhen.
In diesem Vortrag beleuchtet Dr. Benjamin Pelz die Schnittstellen zwischen Performance- und Klinischer Psychologie. Anhand aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse wird aufgezeigt, wie Faktoren wie Stressregulation, Resilienz, Perfektionismus, Selbstwirksamkeit und Emotionsmanagement sowohl Leistung fördern als auch psychische Stabilität beeinflussen. Dabei wird deutlich, warum nachhaltige Performance ohne psychische Gesundheit kaum möglich ist und weshalb moderne Leistungspsychologie zunehmend klinisch-psychologische Konzepte integriert.
Die Teilnehmenden erhalten praxisnahe Einblicke in die psychologischen Mechanismen von Erfolg, Belastung und Erholung sowie konkrete Impulse für eine gesunde und nachhaltige Leistungsentwicklung in Sport, Beruf und Alltag.
Dr. Benjamin Pelz
Psychologischer Psychotherapeut CuraMed Akutklinik Allgäu
Kurzvita
Mittwoch, 09. Dezember 2026
12:30 Uhr
Online
Depression als Herausforderung für zwei - Partnerschaftliche Resilienz als Ressource in der Bewältigung
Depression betrifft nicht nur den erkrankten Menschen, sondern verändert häufig auch die Partnerschaft. Rückzug, Antriebsmangel und emotionale Distanz können Kommunikation, Nähe und Rollenverteilung belasten und beim Partner Hilflosigkeit oder Erschöpfung auslösen.
Der Vortrag verbindet die interpersonelle Perspektive auf Depression mit dem Konzept partnerschaftlicher Resilienz. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Paare mit der Erkrankung gemeinsam umgehen können, ohne dass der Partner zum Therapeuten wird oder die Beziehung zunehmend von der Depression bestimmt wird.
Dabei werden typische Beziehungsdynamiken sowie resilienzfördernde Faktoren wie gegenseitiges Verständnis, wohlwollende Kommunikation, Selbstfürsorge, gemeinsame Ressourcen und dyadische Bewältigung betrachtet. Leitgedanke ist: Was macht die Depression mit der Partnerschaft – und was kann eine resiliente Partnerschaft der Depression entgegensetzen?
Mittwoch, 16. Dezember 2026
12:30 Uhr
Online
ACT ist anders!
Zunächst ist die Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) einfach eine Weiterentwicklung der kognitiven Verhaltenstherapie. Und trotzdem ist ACT ganz anders! Der größte Unterschied ist wahrscheinlich der, dass wir ACT-Therapeut:innen gar nichts therapieren wollen. Es geht uns nicht darum, eine Depression, einen Burn-out, eine Angststörung oder was auch immer wegzubekommen. ACT verfolgt einen radikal anderen Weg: Uns geht es darum, Menschen dabei zu unterstützen, ihr Leben so zu leben, dass sie mit ganzem Herzen ‚Ja‘ dazu sagen können. Ziel ist einfach ein gelingendes, sinnerfülltes, glückliches Leben. Das Überraschende ist, dass ACT trotzdem als Therapieverfahren im klassischen Sinne funktioniert, und zwar bei allem, womit wir es in der psychotherapeutischen Praxis zu tun bekommen.
Wollen Sie wissen, was dahintersteckt? Dann hören Sie sich den Vortrag an und diskutieren mit!
Michael Waadt
Leiter des Instituts für Arbeit und seelische Gesundheit (insas) München





